Längerer Melatonin-Gebrauch kann das Risiko für Herzinsuffizienz um 90 % erhöhen

Eine vorläufige Studie der American Heart Association stellt einen Zusammenhang zwischen dem längeren Gebrauch von Melatonin und einem um 90 % erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz bei Menschen mit chronischer Insomnie her. Forscher analysierten mehr als 130.000 Erwachsene und warnen vor den Risiken der kontinuierlichen Nutzung ohne ärztliche Anleitung.

Längerer Melatonin-Gebrauch kann das Risiko für Herzinsuffizienz um 90 % erhöhen

Eine vorläufige Studie der American Heart Association legt nahe, dass der längere Gebrauch von Melatonin mit einem um 90 % höheren Risiko für Herzinsuffizienz bei Menschen mit chronischer Insomnie in Verbindung stehen könnte. Die Analyse, die am 29. August 2026 auf ScienceDaily veröffentlicht wurde, wertete Aufzeichnungen von mehr als 130.000 Erwachsenen aus. Die Hälfte von ihnen verwendete Melatonin mindestens ein Jahr lang. Die Ergebnisse beweisen nicht, dass das Nahrungsergänzungsmittel Herzprobleme verursacht, aber sie geben Anlass zur Sorge über die Sicherheit der kontinuierlichen Anwendung.

Unter Erwachsenen mit chronischer Insomnie, die Melatonin 12 Monate oder länger einnahmen, entwickelten etwa 4,6 % innerhalb von fünf Jahren eine Herzinsuffizienz, verglichen mit 2,7 % derjenigen, die das Hormon nicht verwendeten. Das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz war in der Melatonin-Gruppe 3,5-mal höher: 19 % benötigten eine Einweisung, während die Rate in der Kontrollgruppe bei 6,6 % lag. Die Gesamtmortalität war unter Langzeitnutzern ebenfalls fast doppelt so hoch. Die Daten stammten aus elektronischen Gesundheitsakten von mehr als 130.000 Erwachsenen mit Insomnie.

Pesquisadores avaliaram dados de mais de 130 mil pacientes com insônia crônica
Pesquisadores avaliaram dados de mais de 130 mil pacientes com insônia crônica

Experten betonen, dass die Studie beobachtend ist und keine Ursache-Wirkungs-Beziehung herstellt. Chronische Insomnie selbst ist bereits mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme verbunden, was die Ergebnisse verfälschen könnte. Der Arzt Ekenedilichukwu Nnadi, leitender Autor der Studie, erklärte, dass Melatonin-Präparate möglicherweise nicht so harmlos sind, wie angenommen. Er wies darauf hin, dass die Ergebnisse, falls bestätigt, die Beratung von Patienten zu Schlafmitteln verändern könnten.

Melatonin ist ein vom Körper natürlich produziertes Hormon und gilt in niedrigen Dosen und für kurze Zeiträume als sicher. In Brasilien wird es als Nahrungsergänzungsmittel ohne Rezept verkauft. Das Problem, so die Forscher, ist die tägliche, längere Anwendung ohne ärztliche Anleitung. Weitere Studien sind erforderlich, um die Mechanismen zu verstehen und die Risiken zu bestätigen, bevor Empfehlungen geändert werden.

Die Forschung steht auch im Gegensatz zu früheren Studien, die Vorteile von Melatonin für das Herz nahelegten. Eine Analyse vom März zeigte beispielsweise, dass eine Ergänzung die Lebensqualität und die Herzfunktion bei Patienten mit Herzinsuffizienz verbesserte. Diese Studien waren jedoch kleiner und betrafen andere Populationen. Die wissenschaftliche Gemeinschaft hat noch keinen Konsens über die längere Anwendung des Präparats erreicht.

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